Location : KDE i18n Teamseite → handbuchUebersetzungKDE4_2_Technisches
Zurück: Kapitel 1 - Voraussetzungen — Inhaltsverzeichnis — Weiter: Kapitel 3 - Inhaltliches
Handbuch für Übersetzer (KDE 4)
Kapitel 2 — Technisches
2 Einleitung
Dieser Teil des Handbuches beschäftigt sich mit den technischen Hürden und Fragen, die einen Übersetzer bei seiner Arbeit begleiten. Es ist nicht immer leicht, sich den ganzen technischen Kram zu merken. Dies gilt insbesondere dann, wenn man nur hin und wieder mal etwas übersetzt. Dieses Kapitel sollte also ohne Scheu auch mal als Nachschlagewerk genutzt werden.2.1 Ansprechpartner
Es kann immer mal passieren, dass etwas unklar ist oder nicht funktioniert, wie man es erwartet. Die ersten Ansprechpartner bei Problemen sind bei uns die Mailingliste und die Koordinatoren:- Mailingliste: <kde-i18n-de@kde.org>
- Koordinator für Dokumentation: Burkhard Lück <lueck@hube-lueck.de>
- Koordinator für Programmoberflächen: Thomas Reitelbach <tr@erdfunkstelle.de>
2.2 Organisatorisches
2.2.1 Abläufe
- Die organisatorische Struktur des Teams
Das deutsche Übersetzerteam von KDE ist im Grunde nicht-hierarchisch organisiert. Es gibt also niemanden, der von oben herab die Arbeit befiehlt. Jeder wurstelt auf eigene Faust selbst herum und erledigt sein Tun auf gleicher Ebene zusammen mit all den anderen Wurstlern.
Das bedeutet aber nicht, dass wir völlig unorganisiert und durcheinander sind — irgendwer muss natürlich den Überblick behalten oder auch mal eine verbindliche Entscheidung treffen. Deshalb gibt es bei uns die Koordinatoren.
- Die Teamseite
Jedes Sprachenteam hat auf dem Server l10n.kde.org eine Teamseite, auf der einige Informationen zum jeweiligen Übersetzerteam zusammenlaufen. Auf der deutschen Teamseite findest Du jede Menge Informationen rund um das Team selbst, nützliche Links, eine Liste mit Standardübersetzungen, eine FAQ, eine Liste der festen Betreuer für Programm- bzw. Handbuchübersetzungen und noch vieles mehr.
Die Adresse lautet: http://de.l10n.kde.org/
bzw. http://oss.erdfunkstelle.de/kde-i18n/.
- Das Webforum
Auf der Teamseite findest Du auch ein Webforum. Dieses ist zur Diskussion schwieriger Begriffe gedacht. "Schwierig" ist ein Begriff z. B. dann, wenn mehrere mögliche Übersetzungen oder Schreibweisen dafür existieren und wir uns auf eine einheitliche Übersetzung einigen sollten (Beispiel: Heißt es die E-Mail oder das E-Mail?). Alle neuen Beiträge im Forum werden automatisch an unsere Mailingliste weitergeleitet, sodass niemand einen Beitrag verpasst. Antworten auf Beiträge werden grundsätzlich in das Forum geschrieben und nicht per E-Mail beantwortet!!!
2.2.2 Koordinatoren
Es gibt in unserem Team zwei Koordinatoren: Einen, der für die Handbücher zuständig ist (Doku) und einen für die Programmoberflächen (GUI). Wie bereits erwähnt, sind die Koordinatoren nicht die "Chefs" des Teams, sondern vielmehr diejenigen, die den Überblick behalten und z. B. teamübergreifende E-Mails an das eigene Team weiterleiten (beispielsweise von der Mailingliste kde-i18n-doc@kde.org).- 1. Wer sind die Koordinatoren?
Die Koordinatoren für das deutsche Team sind:- Burkhard Lück <lueck@hube-lueck.de> für Handbücher (Doku)
Burkhard kümmert sich hauptsächlich um Angelegenheiten rund um die Handbücher (Doku). Außerdem schreibt/korrigiert er fleißig an den englischen Original-Handbüchern. - Thomas Reitelbach <tr@erdfunkstelle.de> für Programmoberflächen (GUI)
Thomas kümmert sich hauptsächlich um die Programmoberflächen (GUI) und schreibt ab und an schonmal solche Texte wie dieses Handbuch, in der Hoffnung das es irgendwem mal nützen könnte ;-)
Die Koordinatoren sind natürlich per E-Mail erreichbar - wenn Du allerdings eine Frage hast, deren Antwort auch andere interessieren könnte, dann schreibe bitte an die Mailingliste! Die Koordinatoren lesen dort selbstverständlich mit und beantworten Deine Frage genauso schnell, als wenn Du sie direkt angeschrieben hättest. Nicht nur dass direkt alle Teammitglieder mitlesen (und antworten) können, die Mail landet auch im Archiv der Liste und ist somit für den Index der Internet-Suchmaschinen erreichbar. - Burkhard Lück <lueck@hube-lueck.de> für Handbücher (Doku)
- 2. Die Arbeit der Koordinatoren
Die Arbeit der Koordinatoren ist sehr vielfältig. Ich möchte hier gar nicht zu sehr in die Tiefe gehen, daher nur ein paar Stichpunkte. Die Koordinatoren ...- behalten den Überblick über Termine und Deadlines
- koordinieren den Arbeitsfluss im Team
- schlichten/entscheiden bei Unstimmigkeiten
- kommunizieren teamübergreifend (Mailingliste kde-i18n-doc)
- kümmern sich um die Fehlerberichte auf bugs.kde.org
- helfen neuen Teammitgliedern beim Einstieg
- kümmern sich ums Einspielen der fertigen Übersetzungen
- pflegen die Entities der Handbücher
- administrieren das Wiki der Teamseite
- kopieren zwischen stable und trunk des SVN
- prüfen die Standardübersetzungen und Einheitlichkeit und setzen sie ggf. durch
- repräsentieren das Team
Die Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit :-)
2.2.3 Mailinglisten
Für Übersetzer gibt es ein paar interessante Mailinglisten. Eine davon ist absolute Pflicht:- <kde-i18n-de@kde.org>, Mailingliste der deutschen KDE-Übersetzer
Auf dieser Mailingliste sind alle deutschen KDE-Übersetzer eingetragen. Hier findet unsere gesamte Kommunikation statt. Auch neue Beiträge aus dem Diskussionsforum werden automatisch hierher weitergeleitet. Diese Mailingliste ist also ein absolutes Muss für jeden deutschen KDE-Übersetzer und es gibt keine Ausrede, hier nicht eingeschrieben zu sein!
Einschreibemöglichkeit: https://mail.kde.org/mailman/listinfo/kde-i18n-de
Des Weiteren gibt es noch diese interessanten Mailinglisten:
- <kde-i18n-doc@kde.org>, Internationale Mailingliste der Übersetzer
Hier sind hauptsächlich die Koordinatoren der Übersetzerteams eingetragen und diskutieren teamübergreifende Fragen. Das deutsche Team betreffende Mails werden normalerweise vom Koordinator an die deutsche Mailingliste weitergeleitet. Es schadet nicht, hier auch als Nicht-Koordinator eingetragen zu sein; die Liste hat kein hohes Mailaufkommen.
Einschreibemöglichkeit: https://mail.kde.org/mailman/listinfo/kde-i18n-doc
- <www-de@kde.org>, Mailingliste der deutschen KDE-Webseite
Wenn Du Dich für die Übersetzung bzw. Gestaltung der deutschsprachigen KDE-Webseite interessierst, solltest du hier mitlesen und diskutieren.
Einschreibemöglichkeit: https://mail.kde.org./mailman/listinfo/www-de/
- KDE-Mailingliste zu Deinem Programm / Modul
Es gibt noch viele weitere Mailinglisten.
Eine Liste mit allen findest Du hier: http://www.kde.org/mailinglists/
2.3 Was muss übersetzt werden?
2.3.1 PO(T)-Dateien
Alle KDE-Übersetzer arbeiten mit sogenannten "Portable Objects"-Dateien. Davon gibt es zwei Arten:- POT-Dateien, hierin befinden sich nur englischsprachige Nachrichten. Das "T" in POT steht für Template, also Vorlage. In der Regel hat jeder Übersetzer für jedes Programm nur einmal mit einer solchen Vorlage zu tun, danach arbeitet er nur noch mit den daraus entstandenen ...
- PO-Dateien, in denen sich sowohl die englischen Originalnachrichten als auch die Übersetzungen befinden. Die meiste Zeit arbeiten wir also mit den PO-Dateien.
2.3.2 stable/trunk? Was hat es damit auf sich?
Und woher bekommen wir nun diese PO-Dateien?In KDE gibt es zwei wichtige Entwicklungszweige, aus denen die zu übersetzenden PO-Dateien kommen: "stable" und "trunk".
- "stable" ist der Entwicklungszweig, der die PO-Dateien zur jeweils stabilen Version von KDE enthält. Dazu gehören z. B. KDE 3.5.0, 3.5.1, 3.5.x usw.
- "trunk" ist der Entwicklungszweig, in dem für neue KDE-Versionen "experimentiert" und entwickelt wird. Aus dem, was die Entwickler in trunk verhackstückeln, wird irgendwann mal eine neue KDE-Version mit einer Hauptversionsnummer (z. B. KDE 4.0). Die in trunk enthaltenen PO-Dateien sind für uns also immer nur dann interessant, wenn wir für eine bevorstehende neue Hauptversion von KDE übersetzen.
Es gibt hier einige Ausnahmen von der Regel:
Programme, die nicht in den Release-Zyklus von KDE fallen. Diese werden zum Teil in trunk entwickelt und auch übersetzt. Dazu gehören üblicherweise die Programme der extragear- und playground-Module.
Programme, die nicht in den Release-Zyklus von KDE fallen. Diese werden zum Teil in trunk entwickelt und auch übersetzt. Dazu gehören üblicherweise die Programme der extragear- und playground-Module.
Wir Übersetzer beschäftigen uns also die meiste Zeit mit den Übersetzungen aus der sog. stable-Branch, also dem stabilen KDE. Mehr muss man zunächst erstmal nicht wissen. Bevor man mit der Übersetzung eines Programms beginnt, sollte man einen der Koordinatoren fragen, ob man die Dateien aus stable oder die aus trunk übersetzen soll.
- 1. Wo findet man die nötigen PO-Dateien?
Die PO-Dateien, also die zu übersetzenden Dateien von KDE, befinden sich auf dem Subversion-Server. Subversion ist ein Versionskontrollsystem, aus dessen Repository wir unsere Dateien beziehen können.
Als Übersetzer muss man natürlich irgendwie an diese PO-Dateien vom Subversion-Server herankommen. Dazu bieten sich zwei Möglichkeiten an: WebSVN und der SVN-Client "svn".
Aber für wen ist nun welche Methode die beste?
Kurz gesagt:- Gelegenheitsübersetzer und Korrekturleser => WebSVN
- Dauerübersetzer und diejenigen, die viele Übersetzungen betreuen => SVN-Client
Im Folgenden wollen wir mal beide Methoden etwas genauer unter die Lupe nehmen:
- WebSVN
Bei WebSVN handelt es sich um eine Webseite, mit deren Hilfe man auf Dateien des Subversion-Servers zugreifen kann. Diese Methode hat den großen Vorteil, dass man nur einen Web-Browser benötigt, um an die gewünschten Dateien zu kommen. Nachteil: Diese Methode wird schnell unübersichtlich und umständlich, wenn man es mit mehr als einer Handvoll Dateien zu tun bekommt.
Beispieldurchlauf:
Um an die PO-Dateien für die GUI des stabilen KDE-Moduls "kdebase" heranzukommen, rufst Du im Web-Browser die folgende Adresse auf:
http://websvn.kde.org/trunk/l10n-kde4/de/messages/kdebase/
Du siehst nun eine Liste der Dateien, die sich im Ordner /trunk/l10n-kde4/de/messages/kdebase auf dem Subversion-Server befinden. Klicke nun auf display.po. Es erscheint die Revisionsliste der Datei display.po mit allen Revisionsständen seit ihrer Erzeugung. Für uns ist nur die neueste Version interessant. Wenn Du ganz oben auf "Download" klickst, wird Dir die neueste Version der Datei zum Herunterladen angeboten und Du kannst sie auf der Festplatte speichern, um sie anschließend mit Lokalize
zu übersetzen.
Mit WebSVN kann man aber nur Dateien herunterladen, nicht hinaufladen! Du musst fertige Übersetzungen also zwingend einem Koordinator zum Einspielen schicken, der dies dann mit seinem SVN-Client erledigt.
- SVN-Client
Das Kommandozeilenprogramm "svn" hat gegenüber dem WebSVN einen großen Vorteil: Man kann damit auch viele Dateien recht komfortabel handhaben (vor allem was das Aktualisieren angeht).
Sobald Du mehr als ein Dutzend Dateien zu übersetzen hast, wird die Handhabe mit WebSVN umständlich. Du wirst feststellen, dass Du die heruntergeladenen Dateien hin und wieder auf den neuesten Stand bringen musst. Bei WebSVN bedeutet dies mühsame Handarbeit, weil jede Datei einzeln angeklickt und abgespeichert werden muss. Mit svn ist dies einfacher, weil Du einen ganzen Ordner(baum) mit Dateien in einem Rutsch aktualisieren kannst.
Also wie kommst Du nun an die gleiche Datei wie im Beispiel von WebSVN heran? (zur Erinnerung: /trunk/l10n-kde4/de/messages/kdebase/display.po)
Öffne eine Shell, z. B. die "Konsole" und wechsele in Deinen persönlichen Ordner:- cd ~
Lege einen Ordner für Übersetzungen an und wechsele dort hinein:- mkdir i18n
- cd i18n
Nun lädst Du Dir am besten den ganzen Ordner mit PO-Dateien herunter, anstatt nur die einzelne Datei:
svn legt Dir nun den neuen Unterordner kdebase an und kopiert dort alle auf dem Server enthaltenen Dateien dieses Ordners hinein. Du kannst nun mit der Übersetzerei beginnen.
Irgendwann musst Du die heruntergeladenen Dateien mal auf den neuesten Stand bingen. Dies ist mit svn in zwei Schritten erledigt:- cd ~/i18n/kdebase
- svn update
Das war's schon, svn aktualisiert nun automatisch alle Dateien im Ordner kdebase.
Für diejenigen, die genügend Festplattenplatz und Internetbandbreite haben, folgen nun noch die nötigen Schritte, um alle deutschen GUI- und Doku-Übersetzungen des gesamten KDE herunterzuladen. Achtung: Du benötigst ca. 500 MB Platz auf der Festplatte.- cd ~
- mkdir i18n
- cd i18n
- svn co -N svn://anonsvn.kde.org/home/kde/trunk/l10n-kde4
- cd l10n-kde4
- svn up de
- svn up templates
- svn up documentation
- svn up scripts
Die nächsten Befehle sind optional, vereinfachen aber die spätere Installation der fertigen Übersetzungen für den Live-Test erheblich:- ./scripts/autogen.sh de
- cd de
- mkdir build
- cd build
- cmake -DCMAKE_INSTALL_PREFIX=/pfad/zum/kde4-basisordner ..
Beachte die zwei Punkte am Ende der cmake-Zeile oben! Nun ist die Installation der Übersetzungen mit "make" und "su -c make install" möglich, wie man es auch von anderen Projekten her kennt.
2.3.3 Wo ist Bedarf?
Ob und wo wir Mithilfe benötigen kannst Du leicht selbst herausfinden. Zum Einen haben wir auf dem l10n-Server eine (zumeist) aktuelle Statistik, aus der wir sehen können, welche Programme und Handbücher zu wieviel Prozent übersetzt sind. Zum Anderen haben auf unserer Teamseite jeweils eine Extraseite "Wer macht was?" für Handbücher und Programmoberflächen. Daraus ist ersichtlich, für welche Programme bzw. Handbücher es noch keinen festen Betreuer gibt:Bereich Programmoberflächen (GUI):
- Statistik für stable: http://l10n.kde.org/stats/gui/stable-kde4/team/de/
- Statistik für trunk: http://l10n.kde.org/stats/gui/trunk-kde4/team/de/
- Wer macht was: http://oss.erdfunkstelle.de/kde-i18n/tiki-index.php?page=werMachtWas
Bereich Handbücher (Doku):
- Statistik für stable: http://l10n.kde.org/stats/doc/stable-kde4/team/de/
- Statistik für trunk: http://l10n.kde.org/stats/doc/trunk-kde4/team/de/
- Wer macht was: http://oss.erdfunkstelle.de/kde-i18n/tiki-index.php?page=werMachtWas
Wenn man sich aus einer dieser Listen etwas passendes herausgesucht hat, sollte man trotzdem nochmal den Koordinator oder die Mailingliste fragen, ob das betreffende Programm auch wirklich noch frei ist (damit man nicht frustrierenderweise doppelte Arbeit macht).
2.4 Software
2.4.1 Gettext
Seit KDE 4 wird für PO-Dateien die Gettext-Definition für Plural-Formen benutzt. Des Weiteren wird eine neue Kontext-Funktion von Gettext verwendet. Um in den Genuss dieser neuen Funktionen zu kommen, solltest Du Gettext-0.15 oder neuer installiert haben.2.4.2 Verwendung von Lokalize
Nachdem man die nötigen PO-Dateien heruntergeladen hat, beginnt die Arbeit mit LokalizeWenn Lokalize installiert ist, musst Du nach dem ersten Start noch Deine Benutzerdaten eintragen. Das ist schnell erledigt und wird im Folgenden erklärt:
Beim ersten Start von Lokalize solltest Du im Menü „Einstellungen -> Lokalize einrichten“ auswählen. Hier müssen Deine korrekten Benutzerdaten eingegeben werden:
Benutzerdaten einrichten
Folgende Felder müssen korrekt ausgefüllt werden:
- 1. Name (Dein Name)
- 2. E-Mail (Deine E-Mail-Adresse)
- 3. Standard-Sprache ("de")
- 4. Standard-Mailingliste ("kde-i18n-de@kde.org")
- 5. Lokalisierter Name (nochmal der eigene Name)
Als erstes muss eine PO- oder POT-Datei geladen werden. Nachdem dies geschehen ist, siehst Du im Fenster von Lokalize das Feld "Originaltext" (msgid), welches die erste englischsprachige Nachricht enthält, und "Übersetzung" (msgstr), hier schreibst Du die passende deutsche Übersetzung hinein. Es gibt noch viele weitere Bereiche, aber diese beiden sind nun erstmal die wichtigsten.
- 1. Navigation / Tastenkombinationen
Eine PO-Datei besteht üblicherweise aus vielen zu übersetzenden Nachrichten. Nach dem Laden einer PO-Datei zeigt Lokalize die erste Nachricht an. In der Statuszeile sieht man, dass aktuell Nachricht 1 angezeigt wird; daneben sieht man, wieviele Nachrichten die aktuelle PO-Datei enthält.
Wenn die erste Nachricht übersetzt ist, musst Du die nächste anzeigen lassen. Dies geht mit der Taste "Bild ab". Zur vorherigen Nachricht geht es mit "Bild auf".
Die wichtigsten Tastenkombinationen in Lokalize sind:
- Bild ab: Nächster Eintrag
- Bild auf: Vorheriger Eintrag
- Strg+Umschalt+Bild ab: Nächster fraglicher oder nicht übersetzter Eintrag
- Strg+Umschalt+Bild auf: Vorheriger fraglicher oder nicht übersetzter Eintrag
- Strg+S: Speichert die aktuelle PO-Datei
- 2. Die LEDs im Übersetzungsbereich
In der Titelzeile des Bereichs "Übersetzung" siehst Du zwei LEDs mit der Beschriftung "fraglich" und "nicht übersetzt". Wenn eine dieser LEDs aufleuchtet, hat das folgende Bedeutung:
- "fraglich"
Dies bezeichnet einen "fuzzy"-Eintrag. Hier muss kontrolliert werden, ob die deutsche Übersetzung noch zum englischen Originaltext passt. Der Programmentwickler oder Handbuchschreiber hat etwas am Originaltext geändert und die deutsche Übersetzung muss nun nachgezogen werden. Die Änderungen am Original sind manchmal sehr gering (manchmal ändert sich nur ein einziger Buchstabe) und daher schwer zu erkennen, man muss also sehr genau aufpassen! Die LED erlischt, sobald Du etwas in das Feld "Übersetzung" eingibst. Wenn keine Änderung nötig ist, kannst Du auch Strg+U drücken, um die LED von Hand auszuschalten. Achtung: Alle fuzzy-Einträge erscheinen im laufenden Programm unübersetzt! Daher sollte man die fuzzies nicht einfach unbekümmert "links liegen lassen"!
- "nicht übersetzt"
Diese LED bedeutet, dass der gerade angezeigte Eintrag noch unübersetzt ist. Sie erlischt, sobald Du etwas in das Übersetzungsfeld einträgst.
- 3. Sonderzeichen und geschützte Zeichen
Während der Übersetzung wirst Du hier und da auf Zeichen mit einer besonderen Bedeutung stoßen:
- & => Et-Zeichen
- \n => Zeilenumbuch
- %1 => Argument Nr. 1
- " => Anführungszeichen
Die Bedeutung und der richtige Umgang soll im Folgenden etwas näher erläutert werden:
- &
Das Et-Zeichen wird in Programmoberflächen verwendet, um den Buchstaben für einen Kurzbefehl zu markieren. Ein Menü mit dem Namen "&Datei" erscheint in der Oberfläche so: "Datei". Der auf das & folgende Buchstabe wird also unterstrichen und kann später im Programm als Kurzbefehl mit Alt+<Buchstabe> aufgerufen werden. Das & muss nicht am Wortanfang stehen, auch folgendes ist möglich: "E&xtras" -> Extras, "Speichern &unter ..." -> Speichern unter ...
Wenn in der Programmoberfläche tatsächlich das Zeichen & sichtbar sein soll, muss man es in der Übersetzung doppelt schreiben: "Thomas && Stephan" -> Thomas & Stephan
- \n
Dies ist zumeist das Zeichen für den Zeilenumbruch. Wenn man in Lokalize durch Drücken der Eingabetaste Leerzeilen erzeugt, sind diese normalerweise in der Programmoberfläche unsichtbar. Um sichtbare Zeilenumbrüche zu erzeugen, wird oft dieses Zeichen verwendet. Man kann es aber nicht wahllos an allen Stellen einsetzen, daher muss man im laufenden Programm gründlich prüfen, ob der gewünschte Effekt tatsächlich erziehlt wird. Mann kann das Zeichen entweder von Hand oder mittels Umschalt-Eingabetaste eingeben. Hinweis: In der Regel ist es besser, man überlässt den Zeilenumbruch dem Programm und gibt ihn nicht vor!
- %1
Dieses Zeichen wird im laufenden Programm durch das Argument mit der Nummer 1 ersetzt. Im Original könnte z. B. stehen "Opening file %1 ...". Die deutsche Übersetzung lautet dann "Datei %1 wird geöffnet ...", im laufenden Programm ist das %1 nicht mehr sichtbar, sondern wird durch etwas sinnvolles ersetzt: "Datei irgendwas.txt wird geöffnet ...". Wenn es mehrere Argumente gibt, werden diese der Reihe nach durchnummeriert: %1, %2, %3 usw. Die Reihenfolge in der Übersetzung ist egal, folgende Umsortierung der Argumente ist also möglich:
Original: "Failed to open file %1. The error was: %2"
Übersetzung: "Der Fehler %2 ist aufgetreten, daher lässt sich die Datei %1 nicht öffnen."
- "
Das Anführungszeichen ist ein Gettext-Spezifisches Sonderzeichen. Wenn man in der Übersetzung ein Anführungszeichen schreiben möchte, so muss dieses maskiert (entschärft) werden. Ein Zeichen maskiert man, indem man einen linksgerichteten Schrägstrich davorsetzt: \"
Seit KDE 4 verwenden wir in normalem Fließtext keine englischen Anführungszeichen mehr, sondern die im Deutschen korrekten typografische Anführungszeichen „ und “. Wie diese auf der Tastatur eingegeben werden können, wird später noch erklärt.
Typografische Anführungszeichen („“) müssen nicht maskiert werden; die englischen (") allerdings schon!!! Vergisst man dies, so erhält man einen Syntaxfehler und der Eintrag wird als fehlerhaft markiert. Zum Glück unterstützt Lokalize Dich und maskiert das Anführungszeichen bei der Eingabe über die Tastatur automatisch. Kopierst Du allerdings einen Text aus der Zwischenablage in die Übersetzung, so musst Du darin vorkommende Anführungszeichen selbst nachträglich maskieren!
2.4.3 Installation von KDE aus dem SVN
Es gibt im Netz ein paar nützliche Anleitungen und Hinweise zur Installation von KDE-Vorabversionen. Wenn Du Deine Übersetzung am laufenden Programm kontrollieren möchtest, solltest Du diese Anleitungen lesen:- http://techbase.kde.org/index.php?title=Getting_Started/Build/KDE4
Dies ist der wichtigste Artikel!
Er geht sehr intensiv auf die Installation von KDE 4 ein und wird regelmäßig aktualisiert. Der Artikel ist umfangreich, aber auch absolut lesenswert und hilfreich.
- http://developer.kde.org/build/trunk.html
Der Artikel beschäftigt sich mit der Installation von KDE 4 - er enthält einige weitere nützliche Links. - http://women.kde.org/articles/tutorials/howtocvs.php
Dieser Artikel von Anne-Marie Mahfouf beschreibt die Vorgehensweise zur Installation einer KDE-Vorabversion neben einer bereits bestehenden Installation auf dem gleichen Rechner. Er richtet sich eigentlich an Entwickler, ist aber auch für Übersetzer hilfreich. Der Artikel bezieht sich allerdings noch auf KDE 3.x.
Tipp:
Wenn Du einen eigenen Benutzer für KDE 4 eingerichtet hast (z. B. "kde4"), kannst Du auch aus dem laufenden KDE 3.5 heraus KDE4-Programme starten. Dabei ist Dir SSH behilflich. Um beispielsweise nur KWrite zu starten, kannst Du folgendes probieren:
ssh -X kde4@localhost
kwrite
Wenn Du einen eigenen Benutzer für KDE 4 eingerichtet hast (z. B. "kde4"), kannst Du auch aus dem laufenden KDE 3.5 heraus KDE4-Programme starten. Dabei ist Dir SSH behilflich. Um beispielsweise nur KWrite zu starten, kannst Du folgendes probieren:
ssh -X kde4@localhost
kwrite
2.4.4 Anpassen der Tastaturbelegung (für „“ und ‚‘)
Irrsinnigerweise sind im deutschen Tastaturlayout von X keine deutschen typografischen Anführungszeichen vorgesehen. Daher ist es mit einer Standard-Tastaturbelegung nicht möglich, diese Zeichen einzugeben. Ich möchte hier zwei Lösungen vorstellen, mit denen wir das Problem elegant umgehen können. Danach kann man die typografischen Anführungszeichen über die Tastenkombination AltGr+A, AltGr+S, AltGr+D und AltGr+F erreichen.Lösung 1 ist ohne root-Zugriff und auf die Schnelle möglich, aber ein wenig umständlicher in der Handhabung. Sie ist geeignet, um X „mal eben schnell“ umzuschalten.
Lösung 2 ist die Dauerlösung und wird bevorzugt, allerdings ist dazu root-Zugriff nötig. Außerdem muss man nach der Anpassung der Konfigurationsdateien den X-Server neu starten, bevor die Änderungen wirksam werden.
- Lösung 1: Temporäres Aktivieren der Tasten mit xmodmap
Das Konsolen-Programm xmodmap ermöglicht es, eine Tastaturbelegung in die laufende X-Sitzung zu importieren. Wenn X beendet wird, werden die Änderungen verworfen und bei der nächsten Anmeldung ist alles wie vorher. Das Vorgehen ist in wenigen Schritten erledigt und ganz einfach:
Vorbereitung- Starte eine Konsole-Sitzung als normaler Benutzer
- Lege in Deinem persönlichen Ordner die Datei .xmodmaprc an mit folgendem Inhalt:
keycode 38 = a A U201E AE U201E AE
keycode 39 = s S U201C section U201C section
keycode 40 = d D U201A ETH U201A ETH
keycode 41 = f F U2018 ordfeminine U2018 ordfeminine - Sichere die aktuelle Tastaturbelegung:
xmodmap -pke > ~/.xmodmap.orig
Den folgenden Schritt musst Du jedesmal ausführen, wenn Du Dich eingeloggt hast und typografische Anführungszeichen verwenden willst. Die Änderungen bleiben für die aktuelle X-Sitzung aktiv. Beim nächsten Einloggen müssen sie dann wieder durchgeführt werden: - xmodmap ~/.xmodmaprc
Wenn man die Änderungen in der laufenden Sitzung wieder rückgängig machen möchte, geht das übrigens mit dem Befehl xmodmap ~/.xmodmap.orig
- Lösung 2: Eintragen der Konfiguration in die X keymap
Hierzu ist es nötig, eine Systemdatei zu verändern. Melde Dich als root an der Konsole an und bearbeite die Datei /usr/share/X11/xkb/symbols/de. Je nach Linux-Distribution kann die Datei auch woanders liegen. Im Zweifel muss man mal die Suchfunktion von KDE bemühen. Die meisten deutschen Nutzer werden vermutlich in X11 die Tastaturvariante „nodeadkeys“ ausgewählt haben. Suche daher den Abschnitt xkb_symbols "nodeadkeys" und füge die folgenden Zeilen an:
key <AC01> { [ a, A, U201E, AE ] };
key <AC02> { [ s, S, U201C, section ] };
key <AC03> { [ d, D, U201A, ETH ] };
key <AC04> { [ f, F, U2018, ordfeminine ] };
Zurück: Kapitel 1 - Voraussetzungen — Inhaltsverzeichnis — Weiter: Kapitel 3 - Inhaltliches